Angebote/Freispiel


Warum legen sie soviel Wert auf das freie Spiel?

Das selbstgesteuerte Spielen aus eigenem Antrieb, ohne Anweisung und ohne Programm ist es, an dem Kinder wachsen, indem sie sich an selbstgestellten Herausforderungen abarbeiten. Sie suchen sich Widerstände und können so Bewährungen bestehen. Das macht sie innerlich stark. Die Kinder können sich im geschützten Raum des freien Spiels ausprobieren, Fehler machen, Erfolge feiern und Selbstwirksamkeit erfahren. Am Leben zu lernen ist die beste Grundlage eines positiven Selbstbildes.
Aber auch Motivation, Experimentierfreude, Neugier und Anstrengungsbereitschaft sind Eigenschaften, die das Kind „spielend“ lernt. Alles Wissen über die Welt erschließt es sich durch sinnliche Erfahrungen im freien Spiel. Dabei greift es bei Interesse nachahmend auf, was es in seiner Umgebung sieht und hört. (Darüber sind sich auch renommierte Kinderärzte, Hirnforscher und auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einig)
Nichts lernt das kleine Kind jedoch dadurch, dass es auf die Erklärungen seiner Umwelt hört, sie erinnert und versteht. Aus dieser Sichtweise gewinnt das kindliche, freie Spiel an fundamentaler Bedeutung und es wird klar, dass Spielen kein hohler Zeitvertreib ist wie oft bei uns Erwachsenen.


Warum gibt es bei ihnen kein fertiges Spielzeug oder Gesellschaftsspiele?

Kinder haben eine unglaubliche Vorstellungskraft : Aus einem simplen Stock z.B. können sie in ihrer Fantasie alles mögliche werden lassen, etwa einen Bogen oder ein Reitpferd, ein Holzbaustein kann ein Telefon sein, ein Brot oder ein Bügeleisen,...
Laut neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung führt jede Form der Kreativität, jede Idee dazu, dass das Belohnungszentrum im Gehirn spezielle Botenstoffe ausschüttet, die ein gutes Gefühl auslösen. Zugleich werden die Nervenzellen angeregt, sich stärker zu vernetzen. Auf diese Weise funktioniert Lernen von ganz alleine, mit sehr viel Freude. Dieser Lernvorgang beim Kind funktioniert allerdings nur, wenn es sich in einer Welt bewegt, in der es wirklich etwas zu entdecken, zu erleben und kreativ zu greifen (im wörtlichen, wie im übertragenden Sinne) gibt.
Das Hauptproblem bei allen gekauften Spielen/Spielsachen ist, dass der Hersteller bereits vorgegeben hat, was man damit machen kann. Je ausgefeilter und realitätsnäher das Spielzeug ist, desto stärker wird die kindliche Phantasie eingeschränkt..... und damit auch das Lernen.... und natürlich die Freude sich mit Leib und Seele ins Spiel zu versenken und sich mit seinem Tun tief zu verbinden. Etwas, was wir Erwachsenen von den Kindern lernen können.
Wenn ihr Kind aber nun Zuhause so gerne mit seinem Playmobilbauernhof spielt, oder mit seiner heißgeliebten Eisenbahn, dann ist das natürlich völlig in Ordnung. Beides darf doch nebeneinander so stehen bleiben und sich wunderbar ergänzen. .... und wie gemütlich und verbindend ist es doch, mal einen Spielenachmittag in der Familie zu machen, bei dem sich jeder sein liebstes Gesellschaftsspiel aussuchen darf!!


Was machen sie den Kindern für gezielte Angebote?

Angebote ergeben sich aus:

Der Erwachsene versteht sich hier jedoch immer als Begleiter und Unterstützer. Das Kind braucht uns als gutes Vorbild und oft auch als Sicherheitsanker, aber nicht als Lehrmeister oder großer Erklärer der Welt. Denn wenn Kinder immer vor vollendete Tatsachen gestellt werden und jede Antwort auf eine Frage schon direkt parat ist, kann es keine Selbstwirksamkeit erfahren oder lernen eigene Lösungen zu finden.
Wenn wir Erwachsenen uns in Zurückhaltung üben, werden wir immer wieder staunend und ehrfürchtig feststellen, dass Kinder oft uns Erwachsenen die Welt erklären – eben aus Kindersicht.
.... und wie wahr, rein und tief sind doch diese Erkenntnisse
.... und wie stark macht es das Kind, zu bemerken, dass wir ein tiefes Interesse für ihre Sichtweise haben, dass ihm zugehört wird, es wertgeschätzt wird,.....


Gehen die Kinder Turnen?

Es wird keine festen Turnstunden in festen Gruppen geben, sondern der Mehrzweckraum steht den Kindern jeden Tag für gruppenübergreifendes Turnen zur Verfügung. Die Kinder dürfen sich freie Bewegungsbaustellen aufbauen, oder sich an fertigen Aufbauten erproben. Auch werden die jüngeren und die älteren Kinder getrennt voneinander ihre Zeiten bekommen, in denen sie mal altershomogen unterwegs sein dürfen. Zwei Erzieherinnen unseres Teams haben die psychomotorische Zusatzausbildung absolviert, sodass eine hochqualifizierte Begleitung hier gewährleistet ist.



Dürfen alle Kinder am Morgen alleine in den Turnraum, das Malatelier und den Werkraum?

Siehe Gruppenstruktur